Digitale Abschlußarbeiten über Digitale Themen

Manchmal behandeln Abschlußarbeiten besonders spannende Themen oder diese auf eine besonders gute Weise. Hier möchte ich zwei kürzliche Arbeiten vorstellen, die ansonsten leicht untergehen würden und die beide lesenswert sind.

Die erste ist eine Masterarbeit, die sich mit dem Einsatz, den Chance und den Risiken von Social Scoring beschäftigt.

Hanna Willems (2018) SOCIAL SCORING – A TREND ANALYSIS: THE PERCEPTION OF EXPERTS ON THE RISING IMPACT OF SOCIAL SCORING BY ALGORITHM, Master's thesis, Universität Hamburg 

Die zweite ist eine Bachelorarbeit, die sich mit Digital Nudging beschäftigt, die Art und Weise mit der Onlineseiten uns dazu bringen bestimmte Dinge anzuklicken, anzugucken oder zu bevorzugen.

Peter Langer (2018) Digital Nudging: Beeinflussung von Entscheidungen im digitalen Kontext, Bachelorarbeit, Universität Hamburg

Sign-me Registrierung – Eine Bildergeschichte

Seit über 5 Jahren habe ich den elektronischen Personalausweis. Zeit genug damit auch endlich die Dienstleistungen dafür entwickelt werden, richtig? Also, einmal den Dienst sign-me der Bundesdruckerei ausprobiert, damit ich mich digital ausweisen, meine PDF Dateien signieren und allgemein das digitale Leben in Deutschland authentisiert ausleben kann. Immerhin verspricht sie:

  • Orts- und geräteunabhängig online unterschreiben
  • Intuitive und nutzerfreundliche Bedienung
  • Hohe Verbindlichkeit und Datensicherheit

Step 1) Die Registrierung

Geben Sie alle Ihre Daten inklusive Adresse, Geburtsort, Geburtsdatum in dieses Webformular ein. What? Einer der Vorteile des nPA besteht doch darin dass alle Daten INKLUSIVE Adresse auf dem Personalausweis gespeichert sind und abgerufen (und damit verifiziert) werden können. Wieso also muss ich das manuell eintöckeln? Na, ja muss man durch…

Abb. 1: Bitte verschwenden Sie Ihre Lebenszeit damit Daten einzugeben die wir gleich aus Ihrem Personalausweis auslesen wollen.


Leider funktioniert das Webformular auf dem Smartphone nicht richtig, die Popups wenn man z.B. Email und Passwort eingibt verrutschen den Screen immer so, dass man nichts sehen kann weil die Eingabefelder vom Bildschirm verschwinden (es soll freundlicherweise ein Hilfetext angezeigt werden wie viele Sonderzeichen man für seine Passwörter braucht. Leider ist dieser Text auf dem Smartphone auch nicht zu lesen). Ist der Bundesdruckerei klar, dass mittlerweile mehr als die Hälfte des WWW Traffic über mobile data läuft? Naja, mit ein paar Versuchen und viel Scrollen klappt das.

Email bestätigt. Registrierung abgeschlossen. Zum Verifizieren muss ich mich jetzt neu einloggen.

Step 2) Die Verifizierung

Verifizierung geht entweder per Videoident oder per Personalausweis. Letzteres will ich ja gerade ausprobieren, mit ersterem habe ich meine leidlichen Erfahrungen (eine andere Geschichte). Leider funktioniert das nicht mit einem Linuxcomputer, weil das damit beauftragte Unternehmen nicht damit beauftragt wurde die AusweisApp2 für nichtproprietäre Betriebssysteme bereit zu stellen. Die App ist Open Source und läuft als Javabasiertes Applet technisch grundsätzlich problemlos unter Linux.

Zum Glück gibts für Nerds einen Ersatz (eopen ist übrigens vom BSI ebenfalls zertifiziert, wird aber nicht einmal in den FAQ erwähnt). Ein Test damit beim Kraftfahrtbundesamt funktioniert, zum Glück es haben sich da nicht unbemerkt über Nacht Punkte auf dem Führerscheinkonto gebildet.

Also los gehts: 1) Mobiltelefonnummer eingeben! Ohne geht es nicht! Kann man sich ohne Mobiltelefon demnächste nicht mehr ausweisen? Vorteil 1 „geräteunabhängig online unterschreiben“ mag ja später stimmen, aber bei der Registrierung ist man nicht geräteunabhängig!

Umleitung auf identity.tm, mit Personalausweis verifiziert, Verifizierung erfolgreich! Das war jetzt ja fast zu leicht?!

Das war ja jetzt fast zu leicht ?!

Nach „Sie werden jetzt zum Dienstanbieter zurückgeleitet“ folgende informative Fehlermeldung:

Was nun? Der „Zurück“ Button führt mich nur zur Seite:

Also, noch mal von der bisherigen Adresse https://cloud.sign-me.de/signature/verify?VKEY=… schnell wieder auf die Root Adresse um das Ganze neu zu starten. Schnell im Browserfenster wegkürzen auf: https://cloud.sign-me.de. Das Ergebnis?

Return to Sender, Adress unknown, Noch such number, no such phone…

Fazit:

Nach drei Anläufen habe ich es nicht geschafft, mich zu verifizieren und laufe beim nächsten Mal lieber in die Postfiliale (die aus unerfindlichen Gründen oft „aus betrieblichen Gründen“ ganze Vormittage ohne Ankündigung schliesst) um PostIdent zu machen. So bleibt das Internet Neuland liebe Bundesdruckerei, und der elektronische Person in seiner Aluminiumhülle…

Vorteil 1: Geräteunabhängigkeit? Quasi kein Smartphone beim Registrieren möglich, aber ein Mobiltelefon zum Verifizieren nötig. Keine Linuxrechner!
Vorteil 2: Komfortabel? Nein!
Vorteil 3: Hohe Datensicherheit? Die sind so sicher, da kam ich nicht mal selber ran!

To Own or not to Own

The move from a manufacturing and product-based economy towards a knowledge-based service economy is certainly exciting and interesting.

One obvious change of course is the digitization of products which companies use to switch from the „buy it and own it“ mode to a „license the right to use it“ mode. Even in the non-digital world we observe an increasing trend towards „PaaS“ (Product as a Service). Think car sharing which transforms the need to buy and own a car towards the service of going from A-to-B whenever you need it.

For example, in 2014, publisher Aspen attempted to license a (physical) book to students during the run of a course which they would have to return after the course finished. This would have done away with pesky reselling to others while the costs would have remained the same ($200). (src: golem.de (in German))
In this case, Aspen seems to have backed down by continuing to offer a sales option after the move was heavily critizied by the EFF and others.

Technological progress enables thousands of new possibilities, but rather than empowering users, it seems that we are increasingly limiting and controlling them in ways stronger than ever.
We are moving away from a world in which the first sales doctrine enables library loans and resale of owned property to others towards a world where your licensed rights are limited by severe restrictions, where CODE IS LAW.

Restrictions such as: not moving countries, not bequeathing your „property“,  only using specific devices, not being able to print or backup your content, or not being able to consume your content after a few years (at the whim of your vendor). Your „purchased“ media might even disappear, for example because your multi-billion turnover vendor has a bug in its code.

It is surprising how many limitations consumers are willing to accept in return for the convenience to read to watch that media right now.

Free WiFi-Access in Hamburg

Maslow’s hierarchy of needs revisited.
Source: pinterest/ransomtech https://www.pinterest.com/pin/217580225723008010/

When it comes to internet access Germany keeps lagging behind, not only in terms of bandwidth, but also in terms of legal responsibilities of hotspot operators (this so-called „Störerhaftung“ has been recently been debated at the German parliament). Apparently there are plans to provide free of charge wifi access in the city of Hamburg (article in German) starting next year. I really appreciate this development. But in „free of charge“-supply usually the charge is only substituted by other commercial interests which makes the offer not free in a broader sense and often times even less attractive from a privacy point of view. For free, unrestricted, non-commercial, anonymous access you can however rely more and more on a grassroots initiative called „Freifunk“ that we already support and which is growing fast.

Bitcoin volatility

I am ambivalent about the new digital virtual currency bitcoin. I have discovered it quite early and bought some when each of them was worth $0.03. I jumped ship when they were $1 each, and cashed in a nice holiday trip. When bitcoins reached $1000 each, I pondered whether I should be angry about the opportunity (and fortune) missed, but decided not to: life is much nicer when one does not worry about the „what could have been, if…“s.

While it is a cool currency, its value is essentially at the merci of a few players (still), lacking the backing of a state that can (up to a degree) ensure that the money won’t become totally worthless. How volatile bitcoins value is, and the impact that a few key actors have on its value is astonishing: When the main FX exchange, MtGox, had a crisis, bitcoins value dropped from 900 to 700 within a short time.

src: http://www.coindesk.com/price/
src: http://www.coindesk.com/price/

It is exciting to watch these developments, such as the first bitcoin telling machine in Germany (in German), happening.