Sign-me Registrierung – Eine Bildergeschichte

Seit über 5 Jahren habe ich den elektronischen Personalausweis. Zeit genug damit auch endlich die Dienstleistungen dafür entwickelt werden, richtig? Also, einmal den Dienst sign-me der Bundesdruckerei ausprobiert, damit ich mich digital ausweisen, meine PDF Dateien signieren und allgemein das digitale Leben in Deutschland authentisiert ausleben kann. Immerhin verspricht sie:

  • Orts- und geräteunabhängig online unterschreiben
  • Intuitive und nutzerfreundliche Bedienung
  • Hohe Verbindlichkeit und Datensicherheit

Step 1) Die Registrierung

Geben Sie alle Ihre Daten inklusive Adresse, Geburtsort, Geburtsdatum in dieses Webformular ein. What? Einer der Vorteile des nPA besteht doch darin dass alle Daten INKLUSIVE Adresse auf dem Personalausweis gespeichert sind und abgerufen (und damit verifiziert) werden können. Wieso also muss ich das manuell eintöckeln? Na, ja muss man durch…

Abb. 1: Bitte verschwenden Sie Ihre Lebenszeit damit Daten einzugeben die wir gleich aus Ihrem Personalausweis auslesen wollen.


Leider funktioniert das Webformular auf dem Smartphone nicht richtig, die Popups wenn man z.B. Email und Passwort eingibt verrutschen den Screen immer so, dass man nichts sehen kann weil die Eingabefelder vom Bildschirm verschwinden (es soll freundlicherweise ein Hilfetext angezeigt werden wie viele Sonderzeichen man für seine Passwörter braucht. Leider ist dieser Text auf dem Smartphone auch nicht zu lesen). Ist der Bundesdruckerei klar, dass mittlerweile mehr als die Hälfte des WWW Traffic über mobile data läuft? Naja, mit ein paar Versuchen und viel Scrollen klappt das.

Email bestätigt. Registrierung abgeschlossen. Zum Verifizieren muss ich mich jetzt neu einloggen.

Step 2) Die Verifizierung

Verifizierung geht entweder per Videoident oder per Personalausweis. Letzteres will ich ja gerade ausprobieren, mit ersterem habe ich meine leidlichen Erfahrungen (eine andere Geschichte). Leider funktioniert das nicht mit einem Linuxcomputer, weil das damit beauftragte Unternehmen nicht damit beauftragt wurde die AusweisApp2 für nichtproprietäre Betriebssysteme bereit zu stellen. Die App ist Open Source und läuft als Javabasiertes Applet technisch grundsätzlich problemlos unter Linux.

Zum Glück gibts für Nerds einen Ersatz (eopen ist übrigens vom BSI ebenfalls zertifiziert, wird aber nicht einmal in den FAQ erwähnt). Ein Test damit beim Kraftfahrtbundesamt funktioniert, zum Glück es haben sich da nicht unbemerkt über Nacht Punkte auf dem Führerscheinkonto gebildet.

Also los gehts: 1) Mobiltelefonnummer eingeben! Ohne geht es nicht! Kann man sich ohne Mobiltelefon demnächste nicht mehr ausweisen? Vorteil 1 „geräteunabhängig online unterschreiben“ mag ja später stimmen, aber bei der Registrierung ist man nicht geräteunabhängig!

Umleitung auf identity.tm, mit Personalausweis verifiziert, Verifizierung erfolgreich! Das war jetzt ja fast zu leicht?!

Das war ja jetzt fast zu leicht ?!

Nach „Sie werden jetzt zum Dienstanbieter zurückgeleitet“ folgende informative Fehlermeldung:

Was nun? Der „Zurück“ Button führt mich nur zur Seite:

Also, noch mal von der bisherigen Adresse https://cloud.sign-me.de/signature/verify?VKEY=… schnell wieder auf die Root Adresse um das Ganze neu zu starten. Schnell im Browserfenster wegkürzen auf: https://cloud.sign-me.de. Das Ergebnis?

Return to Sender, Adress unknown, Noch such number, no such phone…

Fazit:

Nach drei Anläufen habe ich es nicht geschafft, mich zu verifizieren und laufe beim nächsten Mal lieber in die Postfiliale (die aus unerfindlichen Gründen oft „aus betrieblichen Gründen“ ganze Vormittage ohne Ankündigung schliesst) um PostIdent zu machen. So bleibt das Internet Neuland liebe Bundesdruckerei, und der elektronische Person in seiner Aluminiumhülle…

Vorteil 1: Geräteunabhängigkeit? Quasi kein Smartphone beim Registrieren möglich, aber ein Mobiltelefon zum Verifizieren nötig. Keine Linuxrechner!
Vorteil 2: Komfortabel? Nein!
Vorteil 3: Hohe Datensicherheit? Die sind so sicher, da kam ich nicht mal selber ran!

„Da draußen gibt es Riesenchancen für diejenigen, die sie mutig ergreifen.“

Das ist die Botschaft, die Meinolf Ellers, Chief Digital Officer der dpa (Deutsche Presse Agentur) und Mitinitiator des Next Media Accelerators, den Studierenden des Bachelors Sozialökonomie am Montag mit auf den Weg gegeben hat.

Meinolf Ellers (Chief Digital Officer der dpa und Mitinitiator des Next Media Accelerators)

Als Gast in der Vorlesung Strategische Unternehmensführung von Prof. Dr. Sebastian Späth und Dr. Stefanie Pakura zeigte Meinolf Ellers auf, mit welcher dramatischen Beschleunigung (Stichwort: Theory of Singularity) sich die Medienwirtschaft im Rahmen der digitalen Transformation verändern wird. So wird mittelfristig völlig neu definiert werden: Was ist ein Medium? Was wird künftig ein Inhalt sein? Was ist ein Abo? Bei der Bewältigung der damit verbundenen komplexen Herausforderungen spielen Startups eine große Rolle, da sie kritische Innovationen hervorbringen, die in Großunternehmen nur schwer umsetzbar sind.  Dies wird am Beispiel der Telekommunikationsanbieter, die große Margen mit SMS verdient haben, deutlich. Eine technologische Innovation wie WhatsApp hätte sich unternehmensintern nicht behaupten können –  denn „wer sägt schon den Ast ab, auf dem er sitzt“?

Darüber hinaus zeigte Meinolf Ellers auf, dass die Veränderungen, die sich aus der exponentiellen Dynamik der digitalen Technologien ergeben, auch ein Umdenken der Studenten im Hinblick auf ihre persönliche Karriereplanung erfordert: „Die Zeiten sind vorbei, in der man jung in ein Großunternehmen einsteigt und mit 65 oder 70 Jahren in die Rente gehen kann, nachdem man in aller Ruhe linear durch die Organisation gegangen ist.“ Er argumentierte, dass Deutschland, um mit der Beschleunigung mithalten zu können, mehr Gründerinnen und Gründer benötigt –  Menschen, die bereit sind, aus ihrer Komfortzone herauszugehen und Risiken in Kauf zu nehmen. So ermunterte er die Studenten, sich breit aufzustellen, flexibel zu sein und das Unerwartete als Möglichkeit einzukalkulieren. Zugleich forderte er einen neuen Umgang mit dem Thema Scheitern: Dies sei nicht schlimm, solange man daraus lernt, das Scheitern als Erfahrungszuwachs begreift und daran wächst, so Ellers.

Wir von der Professur für BWL & Digitale Märkte bedanken uns herzlich bei Meinolf Ellers für seinen informativen und inspirierenden Beitrag zu unserer Vorlesung!

Netzneutralität adé

Donald Trump ändert viele Dinge und schneidet viele Zöpfe ab. Einige davon verdienen es vielleicht abgeschnitten zu werden andere hingegen nicht. Von der Wichtigkeit einer Sache bin ich allerdings überzeugt: Netzneutralität ist etwas das wir brauchen, dass sowohl Kunden, Innovationen und neuen Unternehmungen und Dienstleistungen nutzt.

Der nächste designierte Chef Ajit Pai des US Netzregulierers FCC ist ein ausgesprochener Gegner der Netzneutralität. Er möchte den freien Markt für Netzdienste spielen lassen. Das ist aus drei Gründen schlecht.

Erstens: Unser heutiges Internet baut auf der Regel „Dummes Netz – Schlaue Endpunkte“ auf. Die Infrastruktur des Netzes weiss nicht ob sie gerade Videodaten, Emails, Webseiten oder Telefonate transportiert. Dies erlaubt die flexible Generierung von neuen Diensten z.B. durch neue Startups. Zu Beginn der Vernetzung hätte man kaum ahnen oder planen können, dass ein Drittel des Netzverkehrs durch Video-On-Demand von Netflix und Youtube zustande kommt. Dieser Grundsatz erlaubt Experimente mit neuen Geschäftsmodellen und Dienstleistungen und gleichen Bedingungen.

Zweitens: Die Versorgung durch Internetprovider ist kein freier funktionierender Markt, sondern bestenfalls ein Oligopol mit einigen sehr mächtigen Teilnehmern. Wenn diese Teilnehmer einen Dienstleister bevorzugen (weil dieser sie z.B. bezahlt) oder wenn dieser Teilnehmer seine eigenen Dienste vermehrt verkaufen möchte, führt das zu schwer zu umgehenden Wettbewerbsverzerrungen. Stellen Sie sich z.B. vor dass die Deutsche Telekom alle Video-On-Demand Dienste ausbremst (Youtube, Netflix, etc) weil sie ihr eigenes Home-Entertainment-TV Paket anpreisen und attraktiver erscheinen lassen will. Oder dass sie sich von Netflix dafür bezahlen lässt Videos schneller zu transportieren, aber alle privaten und kleinen Anbieter von Video-kollaborationslösungen in die virtuelle Röhre schauen.

Drittens ist das Argument der Leitungsanbieter oft: „Google, Netflix und Co. verdienen Geld damit dass wir ihre Daten durchleiten. Daher müssen wir seperat entlohnt werden.“ Klingt blödsinnig? Ist aber so schon gewünscht und auch schon  geschehen. Das sowohl die Kunden (in Form von DSL oder KabelInternetverträgen) als auch die grossen Contentanbieter wie Google und Youtube ihren Datenverkehr schon an den jeweiligen Anschlusspunkten bezahlen wird dabei gern unterschlagen. Ein breitbandiger Anschluss an einem Rechenzentrum ist nicht günstig und die Summe wird in Form von „Peeringverträgen“ bzw. Geldzahlungen schon an alle „Weiterleiter“ verteilt. Die Infrastrukturanbieter würden sich den Datenverkehr aber gerne ein drittes Mal bezahlen lassen.

Netzneutralität garantiert dass neue Dienstleistungen, Innovationen entstehen können. Kunden profitieren von der diskrimierungsfreien Wahl ihres Serviceanbieters, anstatt denjenigen wählen zu müssen, der die höchsten Preisprämien an die Infrastrukturanbieter zahlen. Netzneutralität ermöglicht einen fairen und freien Markt basierend auf Qualität. Das Ernennen eines ausgesprochenen Gegners der Netzneutralität als Chef einer Regulierungsbehörde ist kein gutes Zeichen, weder für Kunden, noch für junge Unternehmen, noch für einen fairen und freien Markt.

Hamburg has a public 3D printer

3D printing is a powerful tool to learn, collaborate, tinker, and experiment. We are delighted to learn that the „Bücherhallen Hamburg“ have acquired a 3d printer that can be used by the general public for free. Whatever will become of libraries in a (not so far?) digital future, I hope they will remain public places (a „BA„) that enable the sharing and creation of knowledge. This is one of they many ways in which that can happen.

2014: Year of the digital society

The German ministry of research and education has declared 2014 to be the „scientific year of the digital society“ (in German). I am happy that the importance of the impact that the current „digitization“ of every aspect of our lives is being recognized. Technological change is currently revolutionizing our society. Count the number of ebook reading and phone tapping people the next time you take the subway if you don’t believe me. Looking forward to what the year of the digital society will bring.